Ich lebe noch


FanArt von der wunderbaren sighti
zu einem kleinen Contest, den ich zurzeit
zu Weltasche veranstalte.



Du bist wie der Blick aus einem Zugfenster bei Nacht. Wie dieses Gefühl, wenn du hinausschaust und in der Finsternis nach Lichtern suchst, an die du deine irrenden, haltlosen Augen heften kannst. Doch irgendwann bleibst du an deinem blassen Spiegelbild hängen und egal, was du tust, du kommst nicht wieder davon los. Dann fragst du dich, wer du bist und warum du tust, was du tust.
Ebenso bist du; so finster, dass man nichts erkennen kann – nur sich selbst, wenn man dich lang genug ansieht. Dich anzusehen ist wie in den Spiegel zu sehen.
Hallo liebe Leser. Zuerst einmal: Ja, ich lebe noch! Ich habe das Gefühl, dass mein Blog aktuell nur noch aus Textausschnitten und Entschuldigungen dazu besteht, dass ich aktuell nur noch so wenig zum Posten komme. Ich kann leider nur hoffen, dass sich das in nächster Zeit wieder ändern wird, allzu zuversichtlich bin ich jedoch nicht. Mein Praktikum nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und ist recht stressig, auch wenn ich es liebe - ich kann und möchte mich also nicht beschweren. Trotzdem fällt es mir zunehmend schwerer, all meine Hobbies - vor allem das Schreiben - damit unter einen Hut zu bekommen. Aktuell hilft beispielsweise das Bahnfahren sehr gut, mit meinem Reader kann ich so nämlich noch einige Texte überarbeiten (die Kernstaub-Überarbeitung läuft noch immer!) und auch ein wenig schreiben. Leider bleibt das bloggen aber ein wenig auf der Strecke; ich vermute, ich muss einfach noch versuchen, meinen Alltag weiter zu strukturieren, um auch diese geliebte Beschäftigung wieder klarer in meinen Alltag einfließen zu lassen.
Selbst der Zigarettengeruch, der noch kalt und schwer in den ungewaschenen Vorgängen sitzt, erinnert an dich. Atme ich ihn ein, kann ich dich fast vor mir sehen: jung und voller Leben. Du sitzt über deine Schreibmaschine gebeugt, in Gedanken so tief in deinen Texten versunken, dass dich selbst ein Schrei nicht daraus befreien könnte; die Augen starr auf deine Worte gerichtet, die Zigarette im Mundwinkel, die Finger schmutzig von Tabak und Tinte.
Aktuelles gibt es bei mir zurzeit auch so einiges. Zum einen läuft die Überarbeitung von Kernstaub zurzeit richtig gut und geht schnell voran, auch wenn ich noch einiges zu tun habe (wie immer). Mein neuer Beta-Leser hat mich noch auf einige ziemlich dumme Fehler hingewiesen, bzw. auch noch einige Lieblingsworte und - phrasen von mir aufgedeckt, die ich am Ende noch mal aus dem ganzen Dokument werde tilgen müssen. Trotzdem ist inzwischen zum ersten Mal seit Monaten ein Ende in Sicht und ich bin zuversichtlich, dass ich die Überarbeitung dieses Jahr noch schaffen werde - nachdem ich nun schon seit einem Jahr daran sitze.
Kernstaub ist dieses Jahr im August/September 3 Jahre alt geworden! So lange arbeite ich also schon an diesem Mammut-Projekt, das einfach kein Ende nehmen will. Inzwischen habe ich schon über 2000 Normseiten geschrieben, was wohl trotzdem auf den Zeitraum verteilt recht wenig ist. Zumal Weltasche bisher noch immer bei Kapitel 12 herumdümpelt und ich seit einem Jahr dort nicht wirklich weitergekommen bin - die Überarbeitung von Kernstaub nimmt eben doch noch zu viel Platz und Zeit ein. Das deprimiert schon etwas, weil ich die wirklichen schreibtechnischen Erfolgserlebnisse etwas vermisse. Drückt mir also die Daumen, dass ich so bald wie möglich mit der Korrektur an Kernstaub fertig bin, damit ich mich endlich mal wieder dem richtigen Schreiben widmen kann. Das vermisse ich so sehr.
„Du sieht nur solange, was du sehen möchtest, bis die Vergangenheit dich vollends einholt“, hast du einmal gesagt und nun spüre ich die Wahrheit deiner Worte in jeder Faser meines Körpers, so echt, als wärst du nicht der Überbringer der Botschaft, sondern Schöpfer ihrer Realität. „Die Vergangenheit holt dich immer ein“, hast du gesagt. „Wenn du zu lange vor ihr geflohen bist, vielleicht. Oder wenn du zu lange die Augen vor ihr verschlossen hast, in der Hoffnung, irgendwann würde sie einfach unsichtbar. Ich verrate dir etwas: Die Vergangenheit wird nie unsichtbar und sie lässt sich nicht abhängen, egal, wie schnell du zu rennen versuchst. Sie ist ein selbstsüchtiges Biest, das größer und wütender wird, je länger du es ignorierst. Und irgendwann, wenn du deine Augen einfach nicht öffnest, frisst es dich mit Haut und Haar.“
Abgesehen davon bin ich zurzeit eigentlich nur fleißig am zeichnen, warum auch immer. Irgendwie hat mich einfach die Lust gepackt und ich kann nicht mehr aufhören. Natürlich ist alles noch ziemlich anfängermäßig und reicht noch längst nicht an meine eigenen Erwartungen an mich selbst heran. Aber ich übe fleißig weiter, sobald mich mal die Langeweile packt - beispielsweise beim Warten auf die Bahn oder in der Mittagspause. Also werde ich euch dahingehend vielleicht in nächster Zeit auch noch einiges vorstellen können.

Ich wünsche euch allen erst einmal eine schöne Woche. Wie gesagt werden wir uns von nun an ganz sicher wieder öfter lesen. Ich gelobe Besserung! PS: Die Zitate im Text sind alle aus einer kleinen Geschichte, die ich für einen kleinen Wettbewerb in einem Forum geschrieben habe. Wenn er abgelaufen ist, kann ich gern den ganzen Text hier vorstellen, wenn Interesse daran bestehen sollte. 

8 Kommentare:

  1. Hey =)
    Schade dass du so selten postest, aber verständlich ...
    Ich bewundere dich echt, dass du so hartnäckig an Kernstaub dran bleibst und auch an der Bearbeitung ... schade aber, dass du nicht bei Weltasche weiterkommst ... Aber ich kenne das Problem ...

    Die Textausschnitte sind auch sehr schön und mich würde der gesamte Text interessieren =) Also wenn du mal wieder nicht zum Posten kommst, gib uns doch den zum Lesen =)

    LG
    Elisabeth
    http://elisabethgatterburg.blogspot.co.at

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    1. Huhu Beth,

      wow, vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar (und das, obwohl ich selbst leider kaum Zeit habe, um bei dir oder anderen zu kommentieren, auch wenn ich immer gern lese). Es freut mich auf jeden Fall sehr, dass dir die Textausschnitte gefallen, Mensch. Ich werde auf jeden Fall versuchen, wieder regelmäßiger zu bloggen und auch auf anderen Blogs zu lesen.

      Liebe Grüße,
      Marie

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  2. Ich folge dir so gerne und freue mich, wenn du etwas postest. Aber es ist selbstverständlich, dass man manchmal nicht zum Schreiben kommt. Liebe Grüße. Wir sollten uns endlich mal zum Kaffee trinken treffen ;)

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    1. Vielen Dank, das ist wirklich lieb von dir, Mensch ♥
      Und haha, stimmt! Vielleicht schaffen wir es ja mal, zusammen auf den Weihnachtsmarkt zu gehen oder so! :)

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  3. Dann mal weiterhin viel Erfolg bei Kernstaub :) Was ich schon hier lesen durfte aus deinem Buch, das gefällt mir schon ziemlich. Und dein Schreibtstil ebenfalls! :)

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  4. Schön, dass du solch einen Blog machst, viel schreibst. Ich habe auch ein Buch geschrieben und es veröffentlicht. Schreiben ist wunderbar nicht wahr? :)

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Lernt mich kennen

Ich bin Marie Graßhoff, 26. Autorin, Bloggerin, Designerin, Booknerd & Social Media Mensch. Verfolgt mich auf meinem Weg durch die Welt und lasst euch in das Märchen meines Lebens entführen.

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