Stadtherzen


Funkelnde Lichter in dreckigen Straßen, die trübe Pfütze wirft ihren Schimmer nur matt zurück, Sirenenheulen prallt von schmutzig bemalten Wänden ab, vermischt sich mit verzerrten Klängen, die aus verdunkelten Fenstern dröhnen. Das Geräusch der eigenen Schritte klingt nur dumpf an Ohren, die schon so viel gehört haben, dass sie taub für die angenehme Stille der Normalität geworden sind. Verwirrte Gedanken umkreisen dieselben Punkte, Zigarettenqualm zwischen den Lippen, der Rauch verfängt sich in Kleidung und Haaren, überdeckt süßes Parfüm mit seinem befreiend bitteren Geruch.

Der Blick in den Himmel zeigt uns nichts. Wohin sind die Sterne verschwunden? Vermutlich weitergezogen, auf der Suche nach Magie in der Welt, die sich hier nicht mehr finden lässt. Abfall und Menschenelend in Kanälen und Gassen, wir sehen beides schon lange nicht mehr, weil unsere Uhren uns über die Wege peitschen, uns durch überfüllte Straßen jagen. Das Leben in der Stadt rückt näher, verdichtet sich am Tage und Mensch drängt sich an Mensch, Körper an Körper, während die Gedanken voneinander fliehen. Am Ende teilt sich jeder das Bett nur mit der Einsamkeit, stilles Nachdenken über das Alleinsein und darüber, dass es zu viel davon gibt. Dann treten wir auf die Straße und senken den Blick.

Die Stadt atmet und pulsiert im Takt der Tage, Effizienz verdrängt Leben, Existenz verdrängt Glück. Aus dem Feuer unseres Seins ist ein künstliches Licht geworden und sie nennen es Fortschritt. Und weil die Straßenlaternen und Leuchtreklamen das Dunkel selbst in der Nacht vertreiben, zieht es sich in unsere Herzen zurück.




12 Kommentare:

  1. der text oben ist soo gut! o: und dein blog generell ist richtig gut :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, danke, vielen Dank! Freut mich sehr, dass dir der Text und mein Blog gefallen, ich gebe natürlich immer mein Bestes.

      Löschen
  2. Toller Text!
    Aber das muss ich dir gar nicht mehr sagen, denn du schreibst immer tolle Texte! :D

    Du hattest ja auch mal lange Haare, wieso hast du sie dir abgeschnitten? Aber Haare wachsen ja schnell. ;D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, danke für deinen Kommentar, freut mich sehr, dass dir der Text - oder meine Texte generell - gefallen. Dabei bin ich bei so etwas wirklich immer so unsicher, ich weiß auch nicht, was da immer mit mir los ist. Danke auf jeden Fall.

      Und na ja, meine Haare sind auch nicht direkt kurz, aber ich musste sie schon ein ganzes Stück abschneiden lassen, weil sie durch das Färben sehr beschädigt waren. Aber ich versuche, sie wieder wachsen zu lassen :)

      Löschen
  3. Aaah ich habe mir doch fast gedacht, dass dieser Gedankensplitter von dir stammt. ;) Ich finde ihn wirklich sehr schön geworden, er drückt genau das aus, was ich selbst beim Anblick des Bildes gedacht habe. (: <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh danke, das ist echt lieb, du Gute. Ja, ich denke, man hat den Text an der recht ... schwülstigen Schreibweise erkannt, du kennst das ja von mir. Freut mich sehr, dass er dir gefällt, vielen Dank!

      Löschen
  4. ohhh ich hab das bild gesehen und wollt erst fragen wie man die art von bildern macht, aber dann hab ich das klitzekleine 'via tumblr' entdeckt :(
    mh, danke für deine ganze liebe anmerkung, freut mich wirklich :))
    ich mags hier (:

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, freut mich sehr, dass dir der Blog gefällt, das ist schön! Und ja, ich würde selbst so gern auch solche Fotos machen können, aber ich habe leider noch keine Kamera und bin auch unsicher, ob ich mir jemals eine so tolle werde leisten können, das ist das Problem. Aber na ja :') Danke auf jeden Fall für deinen Kommentar!

      Löschen
  5. vielen Dank für deinen lieben Kommentar :)
    freut mich das es dir gefällt!

    AntwortenLöschen
  6. dankesehr (: Das freut mich besonders !
    Es ist noch nicht alles überstanden, es steht noch die mündliche Prüfung am 23.05. an in Geschichte, aber ich werde jetzt nicht mehr so intensiv jeden Tag lernen (:
    Es ist alles einigermaßen gut überstanden, denke ich. Jetzt warte ich hibbelig und in diesen Dingen sehr ungeduldig auf meine Ergebnisse.

    AntwortenLöschen
  7. dankeschön :)
    Ja bei uns auch! Da ist man immer gleich noch besser drauf :)
    ich war schon mit paar Freunden am See. Fürs schwimmen wars aber noch zu kalt ;D
    Ich liebe den Sommer einfach :)

    AntwortenLöschen
  8. danke danke :) die led-idee stammt gar nicht von mir, ich habs bei freunden in ihrer wohnung gesehen und später rausgefunden, dass sie es aus dem lied "leider geil" von deichkind haben :D

    und dein text erinnert mich total an ein stadtgedicht aus dem frühen 20. jahrhundert. das haben wir in deutsch mal analysiert, ich finds aber leider grad nicht. naja :D

    AntwortenLöschen

 

Lernt mich kennen

Ich bin Marie Graßhoff, 26. Autorin, Bloggerin, Designerin, Booknerd & Social Media Mensch. Verfolgt mich auf meinem Weg durch die Welt und lasst euch in das Märchen meines Lebens entführen.

Erinnerungen

Die Bücher

Aufrufe

Instagram

Follower