Von dem, was man (nicht) kann

Normalerweise geht es mir immer etwas besser, wenn ich über die Dinge schreibe.
Normalerweise geht es mir immer besser, wenn ich generell einfach schreiben kann, das ist seit einigen Wochen nicht mehr so. Ich tippe zwar manchmal einige Sätze und Ideen, aber im Grunde habe ich nicht das Gefühl etwas zu produzieren, mit dem ich oder jemand anderes zufrieden sein kann. Ich versuche, das wieder als so eine dumme Phase anzusehen. Sicherlich ist es auch nicht mehr, einfach wieder so ein unerklärliches Schreibtief in dem mir alles schlecht vorkommt, in dem ich einfach am liebsten alles löschen würden, in der Hoffnung, es in einem neuen Versuch besser machen zu können. Es ordentlicher zu gestalten, es emotionaler zu gestalten, um irgendjemanden oder mich selbst damit begeistern zu können. Ich schaffe es einfach nicht, obwohl ich es versuche und versuche und versuche.

Ich weiß, dass es dumm ist, sich mit anderen zu vergleichen, aber ich kann es nicht anders. Überall sehe ich Romane, die so viel besser sind als alles, was ich je schreiben werde. Romane und Ideen im Forum, die nie so viel Anerkennung bekommen werden wie mein Werk, nur weil sie von Usern geschrieben wurden und nicht vom Admin. Bücher, die ich selbst vielleicht auf den ersten Blick als schlecht betitle, bei denen mir am Ende aber doch klar wird, dass die Idee, die dahinter steckt, viel besser ist, weil sie auf simple Weise zu überzeugen weiß und nicht irgendein kompliziertes System drum herum braucht, das eh niemand versteht, nur um Eindruck zu schinden, oder was weiß ich.
So komme ich mir mit meinem aktuellen Projekt vor. So komme ich mir generell mit meinen Romanen vor. Als müsste ich immer etwas ganz Kompliziertes drum herum stricken, das Rätsel aufwirft, nur um am Ende zu überdenken, wie dumm und simpel der Hauptgedanke eigentlich ist.

Ich habe wirklich schon drüber nachgedacht, den Roman wieder aus dem Internet zu nehmen.
Aber ach, das wäre wieder so dumm und feige und so ungerecht meinen Lesern gegenüber, die sich schon durch die 80 Seiten wühlen mussten, die ich bisher online gestellt habe. Bleibt also nichts, außer zu hoffen, dass das bald wieder vorbei geht. Wenn es denn irgendwann vorbei gehen sollte.
Wenn nicht, weiß ich nicht, was ich tun soll. Ich weiß, dass mein Roman kein Meisterwerk ist. Dass er im Grunde vermutlich sogar sehr schlecht ist. Aber er ist mir so ans Herz gewachsen und ich würde ihn so gern einfach beenden. Einfach beenden. Und ich habe schon alles geplant und wirklich Lust zu schreiben, wirklich die Ideen zu schreiben. Nur nicht mehr den Mut, es einfach zu tun. Nicht mehr diese Lockerheit, die es mir gestattete, mich von allen Vergleichen mit anderen fernzuhalten, weil ich dabei eh nur verlieren kann.
 
Zurzeit geht es mir körperlich und seelisch einfach schlecht, es lasten irgendwie so viele Dinge auf mir und ich kann all den Stress und die Sorgen durch nichts ausgleichen. Ich weiß nicht so richtig, wohin mit mir.

11 Kommentare:

  1. Das klingt für mich, liebste Marie, als würdest du unbedingt eine Pause benötigen. Ich verstehe dich da total - dieses Ausgebrannt-sein, das sich dann summiert, weil es auf mehreren Ebenen nicht funktionieren will. Lass dir den Stress und das Unwohlsein nicht die Gedanken vergiften - du bist zu nichts wirklich verpflichtet, vergiss das nie. Du lebst und tust die Dinge, die dir gefallen, weil du sie liebst und der Druck kommt nur von dir selbst. Ich mache mich regelmäßig "nackt" von diesen ... Zweifeln und giftigen Gedanken.
    Niemand erwartet von dir, dass du rundum perfekt bist & niemand denkt, dass Kernstaub eine simple Grundidee hat. Ich finde es nicht schön, wenn alles nackt ist, wenn nichts drumgebaut ist & ich finde es auch nicht schlecht, dass du in Kernstaub viele Rätsel einbaust - im Gegenteil, wirklich. Es ist wunderbar, so, wie es ist. Es ist so herrlich anders, und du solltest dich nicht schlecht fühlen müssen, dich sollte nicht der kleinste Zweifel herunterziehen.
    Ich habe auch schon oft nachgedacht, Werke aus dem Internet zu nehmen - oder wieder einzustellen etc. um mich zu schützen. Zbsp. ist das bei mir und Sensibilis derzeit so. Ich sehe all die Fehler - und andere sehen sie auch - es ist mir peinlich und es tut weh und ich will gar nicht mehr daran weiterschreiben, weil es mir so peinlich ist, in der Vergangenheit Fehler im Text zugelassen zu haben. Schwerwiegende, inhaltliche Fehler ... Ich verstehe dich da total - aber Kernstaub hat gar keine Fehler, jedenfalls keine, die ich bemerke oder einer der anderen Leser (da bin ich mir sicher!), sondern du siehst kleine Makel. Ich kenne das, dass das Selbstvertrauen fehlt ... ich weiß auch nicht, was man da genau tun kann - aber ich sehe sehr wohl, dass dir gerade alles in die Nieren beißt. Lass dich nicht müde machen - nimm dir Zeit für dich und bis es dir wieder besser geht. Wir stehen doch alle hinter dir !

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  2. Oh wow, vielen Dank fürs Lesen des Textes und deine lieben, aufmunternden Worte. Ja, ich weiß auch nicht, woher das alles manchmal kommt, dieses ganze Unwohlsein und die Zweifel, aber irgendwie kommt dann immer alles auf einmal. Ja, eine Pause klingt gut, ziemlich gut sogar. Ich lasse das Dokument in den letzten Tagen auch absichtlich geschlossen. Die Sache ist ja die, dass ich echt Lust habe zu Schreiben, dass ich wirklich möchte und ich mich freue, wenn ich an den Roman denke, bin ich immer gleich Feuer und Flamme. Die Zweifel kommen dann immer erst, wenn ich eben an das Schreiben denke und ... ach ...
    Du hast recht, ich sollte wirklich einfach eine kleine Schreibauszeit nehmen, warten, dass der Stress generell verfliegt, den ich aktuell auch im RL habe. Vielleicht wird es dann ja besser.

    Danke, vielen Dank für deine lieben Worte! :')

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  3. Ich hab dir einen Award verliehen :}
    http://herzvolumen.blogspot.com/2011/08/100-ein-kleines-jubilaum.html

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  4. Ich finde, du solltest weiter das schreiben, was dir gefällt!!
    Es schwierig sich komplizierte Geschichten auszudenken, aber es ist das allerschlimmste, wenn sich der Autor dabei nicht wohl fühlt, ein dremdes Schreibsystem zu verwenden. Ich werde dir jetzt etwas sagen, was andere mir hätten sagen sollen statt "Hör auf so kompliziert zu schreiben!", denn ich war in der genau selben Lage: Bitte schreibe weiter wie es dein Herz begehrt! Versuche dich nicht zu ändern!
    Ich habe leider auf meine Fans gehört - die es nur gut meinten - und habe dabei etwas sehr wichtiges verloren, dem ich gerade hinterher laufe.
    Bitte vermeide diesen Fehler. Entwickle dich weiter - in DEINEN Rahmen - aber verliere dich nicht!

    Liebste Grüße,
    Andra

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  5. Oh, vielen lieben Dank für deine Antwort, Andra, das bedeutet mir viel. Du hast recht, dass es mir am Ende ja Spaß machen muss. Und ich kann es auch einfach nicht anders, ich kann nicht schreiben, ohne mir 1000 Dinge dazu auszudenken, die dann irgendwie kompliziert werden,das ist bei mir schon so fest in der Entstehung der Geschichte verankert.
    Ja, du hast recht. Ich denke, ich brauche auf jeden Fall erst mal eine Pause. Sollte alles ordnen. Und dann sehen, wie es weiter geht :')

    Viele Grüße
    Marie

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  6. Hey :D

    Wenn du eine richtige Auszeit von allem brauchst, darfst du gern auch ein paar Tage zu mir kommen :)
    Da können wir dann alles machen, was du magst, und du lässt es dir gut gehen ohne an die Dinge zu denken, die dich zur Zeit so quälen :)

    Müssten wir dann nur planen, wann genau, für den Monat hab ich schon den ganzen Arbeitsplan fertig :D

    Ganz liebe Grüße und gute Besserung!

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  7. Danke, danke, June :')
    Ich freue mich über dein tolles Angebot und werde es gern annehmen, wenn ich endlich mal meine Hausarbeit fertig habe. Ich melde mich dann noch einmal bei dir, ja? :']

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  8. Alles klar :)

    Es würde mich freuen ^_^
    Dann gehen wir in den Zoooo *-*

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  9. Jaah! *-*
    Mal schauen, ich werde mich auf jeden Fall bei dir melden! :3

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Lernt mich kennen

Ich bin Marie Graßhoff, 26. Autorin, Bloggerin, Designerin, Booknerd & Social Media Mensch. Verfolgt mich auf meinem Weg durch die Welt und lasst euch in das Märchen meines Lebens entführen.

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