Nacht


Manchmal kommt es so unerwartet, dass man danach gar nicht mehr weiß, wie es eigentlich geschehen ist. In der Badewanne sitzen und Kaffee trinken, ein Buch lesen und plötzlich ist es da, ebenso zusammenhangslos wie unpassend. Weil einem die meisten Dinge immer einfallen, wenn man gerade keinen Stift zur Hand hat. Ein Gedicht war da, ganz plötzlich. Ich wusste, wäre ich aufgestanden, um einen Stift zu holen, wär es weg gewesen. Deswegen der Eyeliner, der in Reichweite lag.

Das Werk selbst ist nichts Besonderes. Vielleicht nur etwas ungewöhnlich für mich, weil ich sonst generell ohne Reime schreibe. Schon komisch, wie das manchmal so geschieht.


NACHT

Deinen Durst will ich spüren, 
ihn schmecken,
mich wiegen im samtweichen Klang.
Will deine Flügel berühren
und lauschen der Glieder Gesang.

Will Feuer verbrennen,
das Wasser löschen
und baden im löslichen Hauch.
Die Sehnsucht splittern,
den Bluthund wittern.
Du stirbst und ich sterbe auch.

14 Kommentare:

  1. Wooow, das Gedicht ist voll toll!
    Am besten gefällt mir die zweite Strophe!

    Und besonders die letzten drei Zeilen.
    Ich mag die Wortwahl und auch die ganze Atmosphäre des Gedichts total! ♥

    Du stirbst und ich sterbe auch.

    AntwortenLöschen
  2. Oh, vielen vielen Dank! Ist ja toll, dass du das so schnell entdeckt hast. Danke für dein Lob, echt toll, dass es dir gefällt, das Gedicht! :D
    *knuddel*

    Freut mich sehr :)

    AntwortenLöschen
  3. Ich finde dieses Gedicht sehr, sehr schön. Der erste Satz ist gleich einer meiner liebsten.
    Du weißt ja, interpretieren ist nicht so meine Sachen und dieses Gedicht ... es soll einfach seinen Zauber für mich so behalten, wie es ist. Ganz ohne Interpretation.

    Wunderschön!<3

    AntwortenLöschen
  4. Aw, vielen lieben Dank, Vee! Es freut mich unheimlich, dass dir das Gedicht so gefällt. Danke für dein Lob :)

    Hm, dabei wäre die Interpretation sicherlich sehr nach deinem Geschmack -lach-

    Liebste Grüße

    AntwortenLöschen
  5. Ich glaub, ich habe mich gerade in ein Gedicht verliebt... o.O

    Besonders die 2. Strophe... Perfekt!

    AntwortenLöschen
  6. Oh wow, vielen Dank! :D
    Freut mich sehr, dass es dir gefällt!

    :)
    Danke!

    AntwortenLöschen
  7. ie 2. Strophe ist echt total toll!
    Mach ich auch total oft, Zeug wohinkritzeln - bei mir triffts aber meistens Taschentücher :D
    Whisper musst du unbedingt lesen! Isola ist auch gut :)

    AntwortenLöschen
  8. Uh, danke, für deinen Kommentar! Es freut mich, dass dir das Gedicht gefällt. Hihi, okay, nehme ich mir vor! Wird sicher bald bestellt! :D

    AntwortenLöschen
  9. ich mag das gedicht sehr <3
    es ist einfach ... passend.

    mir gehts öfter so, dass ich z.b. morgens nach dem aufwachen im bett liege und einfach im kopf ein paar szenen abspiele zu meiner aktuellen geschichte ... oder mit anderen charakteren. die szenen bleiben aber nur so lange, wie ich im bett bin und nicht wesentlich meine liegeposition ändere ;) aufschreiben kann ich sie nie, dann hauen sie auch ab ... ich brauche mal ein mentales diktiergerät *g*

    LG
    SaKi

    AntwortenLöschen
  10. Hey SaKi,
    klasse, dass du auch hierher gefunden hast =)

    Freut mich echt, dass du das Gedicht magst, das freut mich ehrlich. Genau so ist es einfach manchmal. Und du weißt genau "Oh Gott, wenn ich mich jetzt bewege, ist das Gefühl vorbei und die Worte sind weg". Hach, es ist ein Fluch. Passiert mir auch in der Uni oft, deswegen hab ich immer meine fingerlosen Handschuhe mit, falls mal keine Zeit ist, einen Zettel zu holen und ich mir wieder ganze Passagen auf die Hand schreiben muss ^_^

    Liebste Grüße
    Marie

    AntwortenLöschen
  11. genau, "wenn ich mich jetzt bewege, ist das gefühl vorbei und die worte weg" - das trifft es exakt.
    schlimm ist das!
    eine gemeine erfindung der natur!

    "und am 8. tag schuf gott dieses phänomen, um zukünftig schriftstellernde menschen zu ärgern."

    AntwortenLöschen
  12. Du sagst es! :D
    Auf jeden Fall hab ich jetzt immer einen Stift in meinem Badezimmer liegen ;)

    AntwortenLöschen
  13. Hm, diese spontanen Momente sind die Besten. In Frankreich war immer Nachtgebet, da konnte ich am Besten schreiben.
    Dein Gedicht ist wunderschön - und die Reime stören auch gar nicht; wahnsinn, wie toll du das kannst *-*

    AntwortenLöschen
  14. Oh wow, dankeschön! Freut mich, dass du es magst! :'D
    *knuddel*

    AntwortenLöschen

 

Lernt mich kennen

Ich bin Marie Graßhoff, 26. Autorin, Bloggerin, Designerin, Booknerd & Social Media Mensch. Verfolgt mich auf meinem Weg durch die Welt und lasst euch in das Märchen meines Lebens entführen.

Erinnerungen

Die Bücher

Aufrufe

Instagram

Follower